Workshops Block III: Samstag, 9:30 bis 11:00 Uhr

Raum 1: Stefan Donau / Maike Pohl / Ines Rose

Workshop: Polizeiliche Betreuung von Opfern der Gewaltkriminalität im laufenden Verfahren

 

Im Rahmen des Workshops wird neben auf das Aufgabenspektrum (Gewaltdelikte, Größere Schadensereignisse  (Zugunfälle, Flugzeugabstürze) und Katastrophen) auf die Ziele (1. Informations-erhebung – Informationssteuerung, 2. Koordination, 3. Abschirmung und 4. Weiterleitung der zu Betreuenden), auf den Umfang (Wann beginnt die Betreuung (mit welcher Intensität), wann endet die Betreuung) sowie das „Betreuungspersonal“ eingegangen. Der Workshop wird vom Polizeipräsidium Mainz und dem Landeskriminalamt Rheinland-Pfalz durchgeführt. Dem Workshop wird ein kleiner Vortrag vorangestellt, wo man auf die aktuelle Situation eingehen wird.

 


Raum 2: Dr. Helga Ströhle

Workshop: Tatort Kinderseele – Die gesellschaftspolitische Dimension der Verleugnung sexualisierter Gewalt

   

In gesellschaftlich relevanten Bereichen schauen viele von uns erfolgreich weg. Wir wollen zusammen überlegen wie jeder Einzelne von uns oder wie wir uns organisieren können, um aufzuklären und Zivilcourage zu zeigen.

 

Raum 3: Johanna Sommer

Workshop: Initiative Phoenix – Verbesserung der Therapiebedingungen für Komplextraumatisierte

 

In diesem Workshop wird die Initiative Phoenix vorgestellt. Ein Schwerpunkt wird dabei die Vorstellung der Online-Umfrage sein.

 

Die "Initiative Phoenix" wurde im Frühjahr 2010 von Menschen ins Leben gerufen, die betroffen sind von (komplexer) Traumatisierung und sich nach zum Teil entmutigenden Erfahrungen im Kampf um Stundenkontingente für Psychotherapie zusammenfanden. UnterstützerInnen der Initiative gründeten eine Arbeitsgruppe, deren Ziel es ist, die Begründung für einen Antrag an den Gemeinsamen Bundesausschuss vorzubereiten, um eine Aktualisierung der Psychotherapie-Richtlinie zu erreichen. PatientInnen, Betroffenen-Netzwerke, Angehörige und ExpertInnen von TherapeutInnen-Seite tragen in der AG Erfahrungen und Erkenntnisse aus Theorie und Praxis zusammen, die belegen, dass eine Ergänzung der Richtlinie um einen Behandlungsrahmen für komplex Traumatisierte dringend erforderlich ist.

 

Im Rahmen der Phoenix-AG wurde eine Online-Umfrage initiiert, an der sich mehr als 1300 Menschen beteiligt haben. Die Umfrage richtete sich an "Betroffene", vor, während oder nach einer Psychotherapie, an Verbündete (privat engagierte UnterstützerInnen), ambulant und stationär arbeitende TherapeutInnen und HelferInnen sowie MitarbeiterInnen in Beratungsstellen. Sie wurden um eine persönliche Einschätzung der geltenden Richtlinie, ihrer Sinnhaftigkeit bzw. Stärken und Schwächen in der Praxis (in Bezug auf die Traumatherapie) und des Bedarfs einer Änderung gebeten.

Die Ergebnisse der umfangreichen Erhebung bestätigen die Notwendigkeit einer Richtlinienergänzung und die Erfahrungen vieler Betroffener und TherapeutInnen in Bezug auf den kräfte- und zeitraubenden Aufwand, den die Antragsverfahren bedeuten und der Heilungsprozesse immer wieder unnötig unterbricht und erschwert. Darüber hinaus geben sie aber auch Anlass, über andere Aspekte der Versorgungsrealität für komplex Traumatisierte und ihre - fachlichen wie "privaten" Verbündeten  gemeinsam nachzudenken.

 


Raum 4: PD Dr. Karl Heinz Brisch

Workshop: SAFE® – Einführung in das Programm Sichere Ausbildung für Eltern

  

Eine Kurzbeschreibung des Workshops folgt in Kürze.

 


Raum 5: Prof. Dr. Ludwig Salgo

Workshop: Kindeswohlgefährdung und das Recht zu schützen

 

 

Kevin“, „Benjamin-Pascall“, Chantal“ uvam ; diese Namen stehen für ein Versagen von Eltern, Jugendämtern und Justiz. Die Schicksale dieser Kinder  haben die mediale Öffentlichkeit, aber auch die Fachöffentlichkeit und die Politik in den letzten Jahren beschäftigt. „Aus Fehlern lernen“ gehört zum Motto zahlreicher und vielfältiger Aktivitäten. Es war keineswegs immer der „Ressourcenmangel“, der zu den fatalen Entwicklungen geführt hat. Der Bundesgesetzgeber hat zuletzt mit dem Bundeskinderschutzgesetz (BKischG) Konsequenzen aus diesen Erfahrungen gezogen. Die nunmehr geltenden rechtlichen Standards, die sich an alle, die beruflich, aber auch ehrenamtlich mit Minderjährigen zu tun haben richten,   stellen eine enorme Herausforderung dar. Die nunmehr benannten „Frühen Hilfen“, aber auch die geforderte interdisziplinäre Kooperation zur Kindeswohlbewahrung gilt es in der Fläche zu etablieren.  Im Zentrum des Workshops stehen diese neuen Standards sowie die  Aktivitäten zu deren Implementation.


 


Raum 6: Manfred Paulus

Workshop: Pädokriminalität im Internet

 

Pädokriminalität national / international – ein aktuelles Lagebild und daraus resultierende Erfordernisse

 

Die deutsche und die internationale Pädoszene

Es gibt Einzeltäter und es gibt eine Szene. Es gibt kleinere und größere Tätergruppierungen, offizielle Organisationen und Tarnorganisationen, sowohl nationaler wie internationaler Art. Und sie alle haben ein Ziel: Den sexuellen Missbrauch und die sexuelle Ausbeutung von Kindern. Diese Szene agiert sehr geschickt im Dunkel hinter rechtsstaatlichen Fassaden. Sie tarnt sich gekonnt und sie sucht und findet Verbindungen hin zu Einfluss und Macht – im nationalen wie im internationalen Bereich.

 

Die Täter aus kriminalistischer Sicht

D e n Täter gibt es kriminalistischen Erkenntnissen zufolge nicht.Es gibt höchst unterschiedliche Tätertypen mit unterschiedlichen Motivlagen, Vorgehens- und Verhaltensweisen. Die Erkenntnisse über diese Täter ( sie kommen vorwiegend aus der Psychotherapie, dem Gutachterwesen und der Kriminalistik ) sind sicher nur ein Teil der Verbrechenswirklichkeit, dennoch Konstrukte aus einem kleinen Hellfeld, die nicht nur polizeiliche Ermittlungen und Präventionsarbeit erleichtern, sondern auch bei der Tätertherapie von elementarer Bedeutung sind. Wichtige, hervorstechende Eigenschaften und Persönlichkeitszüge lassen sich beschreiben, die Vielfalt dahinter muss unberücksichtigt bleiben.

 

Pädo-Organisationen und Tarnorganisationen

Pädosexuelle und Pädokriminelle fühlen sich nicht selten als Angehörige einer völlig zu Unrecht verfolgten Minderheit. Daraus resultiert das Bedürfnis sich mit Gleichgesinnten zu vereinen uns so entstehen ( offizielle ) Pädo-Organisationen und Tarnorganisationen. Ihr Service reicht von der Kindbeschaffung über die Rechtsberatung bis hin zur Haftbetreuung.

 

Politische Versäumnisse und Fehlbeurteilungen

Dass unsere Gesellschaft und ihre Organ erhebliche Probleme mit der Bekämpfung des Kriminalitätsfeldes „Sexueller Missbrauch von Kindern“ haben, belegt allein ein anhaltend extrem hohes Dunkelfeld, das von Experten mit etwa 1:30 beziffert wird..

 

Dunkelfeld und Kriminalitätsbekämpfung in Deutschland

Sexueller Missbrauch und sexuelle Ausbeutung von Kindern sind ein zutiefst gesamtgesellschaftliches Problem und sie sind ein deutsches Problem.

Ein Blick nach Frankreich, Großbritannien, Österreich oder auch Polen zeigt, dass Kinder dort erheblich besser geschützt sind und die Strafverfolgung der Täter besser funktioniert.

Eine Kultur des Wegschauens und Schweigens –auf allen Ebenen- trägt in der Bundesrepublik Deutschland sehr wesentlich dazu bei, dass zwar viel über Kinderschutz gesprochen, dass er jedoch wenig praktiziert wird und dass die Täter weitgehend risikolos agieren können.

 

Wenn es ein Hinweis auf den Zustand einer Gesellschaft ist, wie sie mit ihren Kindern umgeht und wie sie ihre Kinder schützt, dann ist es um die unsere nicht gut bestellt.

Das zu verändern, die dafür geeigneten Erfordernisse und Notwendigkeiten aufzuzeigen, die Situation für die (potenziellen) Opfer zu verbessern und für die Täter zu verschärfen, ist Ziel und Inhalt dieses Workshops.

 


Kontakt

Dr. Brigitte Bosse

Lotharstraße 4

55116 Mainz

Tel.: 06131 234628

 

Oder nutzen Sie das Kontaktformular.

 

Aktuelles

Ausbildungs-curriculum Spezielle Psychotrauma-therapie (DeGPT) 2018

Anmeldungen sind möglich, bitte schreiben Sie uns bei Interesse eine Nachricht.

 

III. Interdisziplinäre Traumafachtagung: Vorträge und weitere Informationen finden sie hier

 

 

 

Flyer online! Einzelseminare zu den Themen:

Dissoziative Identitätsstörung, Juristisches

Opferentschädigung

Psychohygiene

Supervision

Umgang mit Geflüchteten