Workshops Block II, Freitag 16:30 bis 18:00 Uhr

 

 

Raum 1: Prof. Dr. Reinhard Plassmann

Workshop: EMDR in der Phase der Stabilisierung



EMDR ist ein gut modifizierbares Verfahren, welches nicht nur in der Trauma-Exposition, sondern auch in der Ressourcenorganisation und in der Stabilisierung verwendet werden kann. In der Stabilisierung sind nützliche EMDR-Modifikationen das sogenannte Kurz-EMDR und das Positiv-EMDR, mit denen sich die Regulation von Übererregung gut unterstützen lässt und auch die Distanzierung vom Traumaschema. Mit bipolarem EMDR lässt sich die probeweise Kontaktaufnahme mit dem Traumaschema sehr gut regulieren und begrenzen. Der Workshop erläutert diese EMDR-Modifikationen und zeigt deren Anwendung an Video-Beispielen.  

 

Raum 2: Prof. Dr. Luise Reddemann

Workshop: PITT und der Respekt vor der Würde der Betroffenen

 

In diesem Workshop sollen vor allem philosophische Implikationen einer Würde orientierten Psychotherapie diskutiert werden. Diskursethische Prinzipien nach Seyla Benhabib stehen im Vordergrund. Es soll auch um die Frage des „Empowerments“ gehen sowie anhand von klinischen Vignetten die praktische Umsetzung einer Würde orientierten Therapie besprochen werden.

 

Raum 3: Dipl. Psych. Michaela Huber

Workshop: Lösung aus Gewaltverhältnissen – äußerlich und innerlich



 

AussteigerInnen aus destruktiven Bindungen und organisierten Täterkreisen – zu letzteren gehören auch Täterringe im Bereich rituelle Gewalt – haben es schwer. Sie müssen erkennen, wie sehr die Täter sie verraten, betrogen und ausgebeutet haben – obwohl sie doch Bindungen an diese Täter haben. Und sie müssen die inneren und äußeren Ausstiegs-Torpedierungen überstehen. Das kann besonders schwierig sein, wenn die AussteigerIn bereits als kleines Kind zu den Tätern gegeben wurde – und wenn sie hoch dissoziativ ist. Welche Ausstiegswege haben sich bewährt – und was brauchen AusstiegsbegleiterInnen, um den oft langwierigen Ausstiegsprozess gut durchhalten zu können?

 

Raum 4: PD Dr. Karl Heinz Brisch

Workshop: Heilung in der Bindungsbeziehung nach sadistischer Gewalt II

mit Gelegenheit zur Supervision

 

Dieser Workshop kann nur gemeinsam mit dem gleichnamigen Workshop in Block I belegt werden.

Eine Kurzbeschreibung des Workshops folgt in Kürze.

 

Raum 5: Brigitte Hahn

Workshop: Wege zum Ausstieg



Seit über 13 Jahren wenden sich Menschen an die Fachstelle für Sekten- und Weltanschauungsfragen mit der Bitte um Hilfe beim Ausstieg aus satanistischen Sekten. Sie berichten von psychischer und körperlicher Gewalt, Folter und sexuellem Missbrauch im Namen Satans. Darüber hinaus wurde mit ihnen viel Geld verdient, indem sie als Kinder, Jugendliche und Erwachsene für Prostitution angeboten wurden.

Einige Sektenmitglieder wollen sich aus dem System von Angst, Gewalt und Druck befreien und suchen Unterstützung.

In dem Workshop

  • informiere ich sie über meine Arbeit als Sektenbeauftragte

  • gebe ich ihnen Einblick in meine Arbeit: Wie gestalte ich die Beziehung zu den Aussteigerinnen? Welche Aspekte sind besonders wichtig? Welche Hilfe biete ich an? Wie ist der Verlauf der Ausstiegsberatung? Welche Erfolge gibt es?

  • erhalten sie die Möglichkeit ihre Fragen mit mir zu diskutieren.

 

Raum 6: Claudia Fischer

Workshop: Sadistische Gewalt in der Berichterstattung

 

„Der beste Schutz der Täter ist eine Öffentlichkeit, die nicht hinschaut“ - diese These hören wir im Umgang mit sadistischer oder ritueller Gewalt ganz häufig. Also, so der Umkehrschluss, müssen wir die Öffentlichkeit darauf hinweisen, was vor ihren Augen und trotzdem häufig unbemerkt geschieht. Dabei gibt es schon unzählige Berichte darüber. Warum haben sie nicht den gewünschten Effekt? Wie die Medien dieses Thema behandeln, wie das Wechselspiel zwischen öffentlicher Meinung und Medienberichterstattung funktioniert, welche Medienerfahrungen Therapeutinnen und Therapeuten machen und wie eine sinnvolle Berichterstattung oder Öffentlichkeitsarbeit aussehen kann, darum geht es in diesem Workshop. Claudia Fischer ist Journalistin und arbeitet seit 2001 zum Thema rituelle Gewalt und DIS.

 

Raum 7: Dr. Kristina Scheuffgen

Workshop: Therapie von sexuell übergriffigen Kindern und Jugendlichen

 

In unserer stationären Jugendhilfeeinrichtung behandeln wir Jungen im Alter von 8 bis 14 Jahren, die aufgrund von sexuell übergriffigem Verhalten bei uns aufgenommen wurden. In diesem Workshop möchten wir insbesondere unsere gruppentherapeutische Arbeit vorstellen. Die Basis unserer Arbeit ist ein Verständnis von Trauma, Übergriffigkeit, Störung und System. Methodisch arbeiten wir schwerpunktmäßig mit dem Psychodrama. In der Anwendung dieser Methode orientieren wir uns an der Gruppenreife und Gruppenkohäsion. So benötigen die jüngeren und entwicklungsverzögerten Kinder ein eher Kinderpsychodramatisches Vorgehen. Das heißt, dass die TherapeutInnen auf der Handlungsebene einen Prozess des Rollenspiels der Gesamtgruppe aktiv mitgestalten. Bei den etwas älteren, entwicklungsreiferen Kindern arbeiten wir schwerpunktmäßig protagonistenzentriert. Wir haben das protagonistenzentrierte Psychodrama, welches üblicherweise in der Arbeit mit Erwachsenen seine Anwendung findet, für unser Setting adaptiert. Klassischerweise arbeiten wir mit Bühne, Szene, Doppelgänger und Hilfs-Ichs, und setzen die zentralen Techniken des Doppelns, Rollentausch und Spiegelns ein. Im Gegensatz zum Erwachsenenpsychodrama spielt Fantasie, Wunscherfüllung und Bewältigung in unseren Protagonistenspielen eine größere Rolle. Bei allen Interventionen müssen wir berücksichtigen, dass wir es zum Teil mit schweren Traumatisierungen zu tun haben (z.B. sexuellen Missbrauchserfahrungen durch primäre Bezugspersonen), dass es um sexuell übergriffiges Verhalten geht (z.B. bereits entwickelte Täterstrukturen), und dass wir mit emotional vernachlässigten Kindern arbeiten (z.B. unerfüllten Bedürfnissen von Schutz und Versorgung). Zentrale Faktoren aus dem Bereich Trauma sind Stabilisierung, Sicherheit und Selbstwirksamkeit. Aus dem Bereich der sexuellen Übergriffigkeit sind es Opferempathie, Verantwortungsübernahme, Missbrauchszyklus und Rückfallrisiko. Aus dem Bereich der Kindertherapie sind es Spielfreude, Fantasie und Wunscherfüllung. In diesem Workshop würden wir gerne unsere theoretischen und konzeptionellen Grundlagen vorstellen und uns dann anhand von Fallvignetten und/oder Interventionsbeispielen konkret mit der Thematik auseinander setzen.

 


Kontakt

Dr. Brigitte Bosse

Lotharstraße 4

55116 Mainz

Tel.: 06131 234628

 

Oder nutzen Sie das Kontaktformular.

 

Aktuelles

Ausbildungs-curriculum Spezielle Psychotrauma-therapie (DeGPT) 2018

Anmeldungen sind möglich, bitte schreiben Sie uns bei Interesse eine Nachricht.

 

III. Interdisziplinäre Traumafachtagung: Vorträge und weitere Informationen finden sie hier

 

 

 

Flyer online! Einzelseminare zu den Themen:

Dissoziative Identitätsstörung, Juristisches

Opferentschädigung

Psychohygiene

Supervision

Umgang mit Geflüchteten